Von Seeadlern und Raubwürgern

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Derzeit gibt es 14-15 Brutpaare in Österreich. Diese befinden sich vor allem in den Donau-Auen östlich und westlich von Wien, in den March-Thaya-Auen, im Waldviertel, im Neusiedler See Gebiet sowie in der Ost- Steiermark und im Süd- Burgenland.

Der Seeadler war einst ein Charaktervogel der europäischen Meeresküsten, aber auch der großen Flüsse, Seen und Feuchtgebiete im Binnenland. Im 19. und 20. Jahrhundert ist er durch gezielte Verfolgung, Lebensraumzerstörung und Pestizideinsatz (DDT) an den Rand der Ausrottung gebracht worden. In Österreich galt die Art ab 1946 als ausgestorben. Dank intensiver Schutzmaßnahmen ist es gelungen, bei nord- und osteuropäischen Seeadlern eine Trendumkehr herbeizuführen. Der Rückgang konnte gestoppt und ein rasches Wachstum der Bestände bewirkt werden. Dies hat den Seeadlern auch eine Rückkehr nach Österreich ermöglicht. 2001 kam es bei uns zur ersten erfolgreichen Brut seit mehr als 50 Jahren! Mittlerweile ist die Zahl der Brutpaare auf 14-15 angewachsen. Zugleich ist die Anzahl der in Österreich und den Grenzregionen überwinternden Seeadler, die großteils aus Nord- bzw. Osteuropa stammen von 40 auf 100-160 Stück angestiegen.

Illegale Verfolgung und Vergiftung gefährdet Seeadler

Gleichzeitig mit der Rückkehr des Seeadlers nach Österreich startete der WWF im Jahr 1999 ein Projekt zum Schutz des Wappenvogels. Ein Schwerpunkt des Projekts ist die genaue Überwachung des österreichischen Bestandes. Diese gibt Auskunft über die räumliche Verteilung, das Ansiedelungsverhalten sowie den Bruterfolg der Vögel. Der zweite Teil umfasst die Durchführung konkreter Maßnahmen, wie zum Beispiel den Schutz vor illegaler Verfolgung und Vergiftung. Denn die erfreuliche Rückkehr stößt auf gravierende Hindernisse. Noch immer werden vor allem im Winterhalbjahr Giftköder zur Bekämpfung von Füchsen, Mardern und Greifvögeln von unverantwortlichen Personen ausgelegt. Den Giftködern, die meistens mit dem hochgiftigen Pflanzenschutzmittel Carbofuran präpariert sind fallen oft hochgradig gefährdete Arten, wie See- und Kaiseradler zum Opfer, weil diese sich im Winter verstärkt von Aas ernähren. In den letzten Jahren wurden auch Abschüsse von Seeadlern nachgewiesen.

Illegale Vergiftungen und Abschüsse gefährden nicht nur die rasche Erholung des heimischen Bestandes, sondern stellen auch die Erfolge anderer Länder beim Seeadlerschutz in Frage, da sie oft Vögel aus Nord- und Osteuropa betreffen, die bei uns überwintern. Aufgrund weiterer Gefahren, wie menschliche Störungen im Horstbereich oder Schwermetall- vergiftungen, die durch die Aufnahme von bleihältiger Jagdmunition über die Nahrungskette entstehen bedarf die langsame Wiederausbreitung des majestätischen Vogels einer ständigen Begleitung und Unterstützung seitens des Naturschutzes.

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