Welche Wertschöpfung ist beim Betrieb von WKA zu erwarten? Und für wen?

Alfred Schmudermayer

Bei der Produktion bleibt ein Teil der Wertschöpfung in Österreich, bei der Planung und Errichtung (Fundamentbau, Kranverleih, Spezialtransporte, Frächter, Straßenbau, Montagepersonal) ebenso. Beim laufenden Betrieb ist so gut wie kein Arbeitsplatz nötig. Bei Ausfall der Anlage reisen Spezialisten an. Das heißt, dass es für die Region nur eine sehr begrenzte Wertschöpfung (während der Bauphase) gibt.

Der Betreiber trägt das finanzielle Risiko, kann aber andererseits mit fixen Einnahmen durch den garantierten Einspeisetarif rechnen.

Bei angenommenen 1800 VLS werden mit einer 3 MW WKA  5400 MWh erzeugt. Dafür erhält der Betreiber mehr als 500.000 € jährlich an Einspeisevergütung. 2 bis 3% davon erhalten die Grundeigner, die Gestattungsgemeinde und die Region. Mit dem Rest muss der Betreiber seine Kosten abdecken und, bei guter Kalkulation, noch Gewinn machen.

Für die Region (Grundeigner, Gemeinden) sind, je nach Vertrag, ungefähr 25.000 € als Ausgleichszahlung vorgesehen, die jährlich in die jeweilige Kasse fließen.

Die großen Verlierer sind die Bewohner der Region durch Verlust an Lebensqualität und mögliche gesundheitliche Folgen, Abwanderung von Zweitwohnbesitzern und entsprechende Schwächung der Wirtschaftskraft, Wertverlust der Wohnimmobilien bis zur Unverkäuflichkeit, steigende Stromkosten durch den verpflichtenden Ökostrombeitrag und die Finanzierung des kommenden Netzausbaus, stark eingeschränkte raumplanerische Weiterentwicklung innerhalb der betroffenen Gemeinden, geringe Chancen für den Ausbau des Modells sanfter Tourismus.