2 Leserbriefe zu dem Kommentar von Harold Pearson in der Kronenzeitung 15. Februar 2019

Über die unsichtbare Wirkung der Windräder

Die erwähnte „wesentliche Veränderung des Landschaftsbildes“ ist nur der für alle sichtbare Teil der komplexen Problematik, die sich durch den Ausbau der Windkraft auftut. Viele Probleme sind nicht sichtbar, sondern werden erst durch Recherchen im Bereich Stromnetzstabilität, Speichermöglichkeit, Strommarkt, Vergleich von Bedarfs- und Verbrauchsprofilen u. a. sichtbar. Kurz gesagt, es ist die Volatilität, die Schwankungsbreite der Stromerzeugung durch Windenergie, die eine teure Netzstabilisierung und einen Ausbau der Netze erforderlich macht. Um diese Schwankungen auszugleichen, müssten zur gleichen Zeit Langzeitspeicher zur Verfügung stehen. Diese gibt es derzeit nicht und wird es auch in naher Zukunft nicht in Marktreife geben. Man baut also eine Technologie aus, ohne an ein „Back-up“ zu denken. Ähnlich wie bei den Atomkraftwerken, die gebaut wurden und noch immer gebaut werden, ohne dass eine Aussicht auf ein sicheres Endlager besteht, weder damals noch heute. Ebenso unsichtbar für die Menschen sind die laufenden Beschädigungen im lokalen Ökosystem. Einerseits im Bodenbereich durch baulich nötige Maßnahmen (Fundamente, Zufahrts- und Montageflächen), Veränderungen des Mikroklimas durch verstärkte Austrocknung des Bodens, und anderseits im Luftraum, der eigentlich der Lebensraum der Greifvögel und Fledermäuse ist. Die Frage, die wir uns stellen sollten: Sind Windräder die einzige Möglichkeit, die wir haben, um aktiv gegen den Klimawandel vorzugehen, sind sie überhaupt wirksam, oder handelt es sich um eine Illusion, die uns verkauft wird?

Ing. Alfred Schmudermayer, Japons
Erschienen am Mi, 20.2.2019

Allheilmittel Windkraft

Dem Leserbrief über die ökologische Unverträglichkeit des Windradbooms kann ich nur voll beipflichten. Einen Aspekt möchte ich gerne ergänzen, abgesehen davon, dass die vielen Windräder auch wirtschaftlich ein völliger Schwachsinn sein werden. Laut Homepage des Verbundes leistet ein Donaukraftwerk etwa 180–300 MW – ein Windpark ca. 9–21, pro Windrad 2–4 MW. Da Windleistung aber nicht ständig verfügbar ist, sieht die Bilanz, über ein ganzes Jahr betrachtet, weit schlechter aus. 1686 GWh jährlich liefert das Donaukraftwerk Aschach aus seinen vier Kaplanturbinen – 9 Windräder des Windparks Hollern Petronell schaffen ganze 35 GWh. Wenn man nun zusammenrechnet (9x 1686/35), kommt man auf sage und schreibe 433 Windräder, um ein einziges Donaukraftwerk zu ersetzen! Wo wollen wir die alle möglichst unauffällig hinstellen? Es liegt mir wirklich fern, die Verschandelung unserer Gewässer schönzureden, aber die Forcierung der „heiligen“ Windkraft scheint mir doch der falsche Weg zu sein.

Ing. Günther Thiele, Wien
Erschienen am So, 24.2.2019